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Wie viel verdienst du als Orthopäde oder Orthopädin? Im Krankenhaus richtet sich dein Orthopäde Gehalt nach dem Tarifvertrag für Ärztinnen und Ärzte. Die Fachrichtung spielt für den Grundtarif dabei keine Rolle. Den Unterschied machen die Zahl deiner Dienste, der Träger der Klinik und später die Frage, ob du dich niederlässt. Dieser Artikel zeigt dir die aktuellen Tarifwerte, den durchschnittlichen Reinertrag einer orthopädischen Praxis und die Weiterbildungszeit bis zum Facharzttitel.
Das Wichtigste in Kürze
- Das Orthopäde Gehalt startet tariflich bei 5.609,85 Euro brutto im Monat (TV-Ärzte VKA, Entgeltgruppe Ä1, Stand 08/2025).
- Als Facharzt (Ä2) liegt der Einstieg bei 7.404,11 Euro, als Oberarzt (Ä3) bei 9.274,08 Euro brutto im Monat.
- Der Grundtarif ist fachunabhängig. In derselben Stufe verdient ein Orthopäde so viel wie eine Anästhesistin.
- Niedergelassen weist Destatis für Orthopädie und Unfallchirurgie 342.000 Euro Reinertrag je Praxis aus (Erhebungsjahr 2023), im Median 219.000 Euro.
- Die Weiterbildung zum Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie dauert mindestens 72 Monate.
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Karrierekompass startenOrthopäde Gehalt an kommunalen Kliniken
An kommunalen Krankenhäusern verdienst du als Orthopäde zum Einstieg 5.609,85 Euro brutto im Monat. Das ist die Entgeltgruppe Ä1, Stufe 1, nach dem TV-Ärzte VKA mit Stand August 2025. Mit dem Facharzttitel wechselst du in die Gruppe Ä2.
Der Marburger Bund handelt diesen Tarifvertrag mit der Vereinigung kommunaler Arbeitgeberverbände aus. Deine Fachrichtung steht darin nicht. Entscheidend sind Position und Berufsjahre. Die folgende Tabelle zeigt die Einstiegs- und Endwerte der vier Entgeltgruppen.
TV-Ärzte VKA: Entgeltgruppen Ä1 bis Ä4 (Stand: 01.08.2025)
| Entgeltgruppe | Einstieg | Endstufe |
| Ä1 (Assistenzarzt/-ärztin) | 5.609,85 € | 7.211,07 € |
| Ä2 (Facharzt/-ärztin) | 7.404,11 € | 9.508,74 € |
| Ä3 (Oberarzt/-ärztin) | 9.274,08 € | 10.598,97 € |
| Ä4 (Ltd. Oberarzt/-ärztin) | 10.909,31 € | 11.689,17 € |
Quelle: Marburger Bund: Tarifverträge.
Dazu kommen Zuschläge für Nacht-, Sonntags- und Feiertagsarbeit sowie die Vergütung von Bereitschaftsdiensten. Gerade in der Unfallchirurgie fallen davon viele an. Dein tatsächliches Monatsbrutto liegt deshalb meist spürbar über dem Tabellenwert.
Orthopäde Gehalt an Universitätskliniken
An Universitätskliniken gilt der TV-Ärzte TdL. Der Einstieg in der Gruppe Ä1 liegt dort bei 5.626,91 Euro brutto im Monat, also knapp über dem kommunalen Wert. Als Oberarzt in Ä3 startest du bei 9.302,27 Euro.
Die Tarifgemeinschaft deutscher Länder verhandelt diesen Vertrag. Die Werte stammen aus Anlage B1 mit Stand Februar 2025.
TV-Ärzte TdL: Entgeltgruppen Ä1 bis Ä4 (Anlage B1, Stand: 01.02.2025)
| Entgeltgruppe | Einstieg | Endstufe |
| Ä1 (Assistenzarzt/-ärztin) | 5.626,91 € | 7.222,97 € |
| Ä2 (Facharzt/-ärztin) | 7.426,63 € | 9.302,27 € |
| Ä3 (Oberarzt/-ärztin) | 9.302,27 € | 10.631,15 € |
| Ä4 (Ltd. Oberarzt/-ärztin) | 10.942,53 € | 12.347,33 € |
Quelle: Marburger Bund: Tarifverträge.
Universitätskliniken bieten dir außerdem Zugang zu Forschung und Lehre. Wer eine akademische Laufbahn plant, nimmt den geringen Tarifunterschied dafür meist in Kauf.
Was verdient ein Orthopäde in eigener Praxis?
Für Praxen im Fachgebiet Orthopädie und Unfallchirurgie weist das Statistische Bundesamt einen durchschnittlichen Reinertrag von 342.000 Euro je Praxis aus. Im Median sind es 219.000 Euro. Beide Werte stammen aus der Kostenstrukturerhebung für das Erhebungsjahr 2023.
Der Unterschied zwischen beiden Zahlen ist groß. Er entsteht, weil einzelne sehr ertragsstarke Praxen den Durchschnitt nach oben ziehen. Der Median beschreibt die typische Praxis daher besser.
Wichtig ist außerdem, was der Reinertrag überhaupt bedeutet: Einnahmen minus Kosten, also der Gewinn der Praxis vor Steuern und privater Altersvorsorge. Dein persönliches Nettoeinkommen liegt deutlich darunter. Wie sich das im Alltag auswirkt, rechnet unser Artikel zum Gehalt als Hausarzt mit eigener Praxis im Detail vor.
Auffällig ist zudem der hohe Privatanteil: Orthopädische Praxen erwirtschafteten 2023 rund 47,2 Prozent ihrer Einnahmen aus Privatabrechnung. Damit liegt die Orthopädie unter den privatliquidationsstärksten Fachgebieten. Selbstzahlerleistungen wie Stoßwellentherapie oder sportmedizinische Diagnostik spielen dabei eine Rolle.
Wie lange dauert die Weiterbildung zum Orthopäden?
Die Weiterbildung zum Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie dauert mindestens 72 Monate, also sechs Jahre in Vollzeit. Sie ist damit eine der längeren Facharztweiterbildungen in Deutschland.
Nach der (Muster-)Weiterbildungsordnung der Bundesärztekammer gliedert sich die Zeit so:
- 48 Monate müssen in der Orthopädie und Unfallchirurgie selbst abgeleistet werden.
- 6 Monate entfallen auf die Notfallaufnahme.
- 6 Monate entfallen auf die Intensivmedizin.
- Bis zu 12 Monate darfst du in anderen Gebieten absolvieren.
Während dieser Zeit wirst du nach Ä1 bezahlt. Erst mit dem Facharzttitel springt dein Orthopäde Gehalt auf die Stufe Ä2. Die genauen Regelungen setzen die Landesärztekammern jeweils eigenständig um.
Welche Faktoren beeinflussen das Orthopäde Gehalt?
Den größten Hebel hast du über Position, Träger und Dienste. Der Grundtarif ist fachunabhängig, deshalb entsteht der Unterschied zwischen zwei Orthopäden mit gleicher Berufserfahrung fast immer an anderer Stelle.
Diese Faktoren wirken sich aus:
- Position: Der Sprung von Ä1 auf Ä2 bringt rund 1.800 Euro brutto im Monat.
- Träger: Kommunale Häuser, Unikliniken und private Gruppen zahlen nach unterschiedlichen Verträgen. Private Haustarife sind nicht öffentlich.
- Dienste: Nacht-, Wochenend- und Bereitschaftsdienste erhöhen das Jahresbrutto deutlich.
- Niederlassung: Mit eigener Praxis steigt die Verdienstchance, dafür trägst du das unternehmerische Risiko.
- Außertarifliche Verträge: Ab der Oberarztebene wird häufiger frei verhandelt.
Ein Vergleich lohnt sich hier mit der Chirurgie, da beide Fächer im Gebiet Chirurgie liegen und sich die Weiterbildungswege überschneiden.
Tariflich startest du als Assistenzarzt in der Orthopädie bei 5.609,85 Euro brutto im Monat (TV-Ärzte VKA, Ä1, Stand 08/2025). Als Facharzt sind es 7.404,11 Euro, als Oberarzt 9.274,08 Euro. Dienste und Zuschläge kommen dazu.
Angestellt nicht. Der Grundtarif des TV-Ärzte gilt fachunabhängig, eine Orthopädin und ein Augenarzt in derselben Stufe verdienen gleich viel. Unterschiede entstehen über Dienste, außertarifliche Verträge und vor allem in der eigenen Praxis. Den Gesamtüberblick findest du im Facharzt Gehalt Ratgeber.
Das Statistische Bundesamt weist für Praxen im Fachgebiet Orthopädie und Unfallchirurgie 342.000 Euro Reinertrag je Praxis im Durchschnitt aus, im Median 219.000 Euro (Erhebungsjahr 2023). Der Reinertrag ist der Praxisgewinn vor Steuern und privater Vorsorge, nicht dein Nettoeinkommen.
Mindestens 72 Monate, davon 48 Monate in der Orthopädie und Unfallchirurgie, je 6 Monate in Notfallaufnahme und Intensivmedizin. Bis zu 12 Monate sind in anderen Gebieten möglich.
Einen Gesamtüberblick über alle Arzt-Gehälter nach Fachrichtung und Karrierestufe findest du in unserem Facharzt Gehalt Ratgeber. Wie sich die Stufen Ä3 und Ä4 unterscheiden, steht im Artikel zum Oberarzt Gehalt.
Der Weg dorthin führt jedoch zuerst über einen Studienplatz. Falls es in Deutschland nicht klappt, ist ein Medizinstudium im EU-Ausland ein regulärer Weg mit voller Anerkennung nach der EU-Berufsanerkennungsrichtlinie 2005/36/EG. In einem kostenlosen Beratungsgespräch klären wir mit dir, ob dieser Weg zu dir passt.

