📖 Inhaltsverzeichnis
Der Psychiater ist Arzt, der Psychologe nicht. Dieser Unterschied entscheidet über die gesamte Vergütung. Dein Psychiater Gehalt richtet sich nach dem Tarifvertrag für Ärztinnen und Ärzte. Die Stufen liegen dort deutlich höher als im Psychologenbereich. In der Klinik verdienst du als Psychiater so viel wie jede andere Fachärztin in derselben Stufe. Dieser Artikel zeigt dir die aktuellen Tarifwerte, die Weiterbildungszeit und die Lage in der Niederlassung.
Das Wichtigste in Kürze
- Das Psychiater Gehalt startet tariflich bei 5.609,85 Euro brutto im Monat (TV-Ärzte VKA, Entgeltgruppe Ä1, Stand 08/2025).
- Als Facharzt (Ä2) liegt der Einstieg bei 7.404,11 Euro, als Oberarzt (Ä3) bei 9.274,08 Euro brutto im Monat.
- Psychiater sind Ärzte und werden nach TV-Ärzte bezahlt. Psychologische Psychotherapeuten fallen dagegen meist unter TVöD, in der Regel Entgeltgruppe 13.
- Die Weiterbildung zum Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie dauert mindestens 60 Monate, davon 6 Monate in der Neurologie.
- Destatis führt die Psychiatrie nicht als eigene Praxisgruppe. Die Sammelgruppe der Nervenheilkunde kam 2023 auf 216.000 Euro Reinertrag je Praxis, im Median 178.000 Euro.
Anzeige
Deine Karriere? Gecheckt.
Vom Studium in den Beruf: Der apoBank-Karrierekompass zeigt Dir, welcher Weg zu Dir passt.
Karrierekompass startenPsychiater Gehalt nach Tarif in der Klinik
In der Klinik verdienst du als Psychiater zum Einstieg 5.609,85 Euro brutto im Monat. Das ist die Entgeltgruppe Ä1, Stufe 1, nach dem TV-Ärzte VKA mit Stand August 2025. Die Fachrichtung ändert am Grundtarif nichts.
Psychiatrische Kliniken und Fachabteilungen haben unterschiedliche Träger. Neben kommunalen Häusern und Universitätskliniken spielen Landschaftsverbände und freigemeinnützige Träger eine große Rolle. Die folgende Tabelle zeigt die Werte für kommunale Häuser.
TV-Ärzte VKA: Entgeltgruppen Ä1 bis Ä4 (Stand: 01.08.2025)
| Entgeltgruppe | Einstieg | Endstufe |
| Ä1 (Assistenzarzt/-ärztin) | 5.609,85 € | 7.211,07 € |
| Ä2 (Facharzt/-ärztin) | 7.404,11 € | 9.508,74 € |
| Ä3 (Oberarzt/-ärztin) | 9.274,08 € | 10.598,97 € |
| Ä4 (Ltd. Oberarzt/-ärztin) | 10.909,31 € | 11.689,17 € |
Quelle: Marburger Bund: Tarifverträge.
An Universitätskliniken gilt der TV-Ärzte TdL. Dort beginnt Ä1 bei 5.626,91 Euro und Ä2 bei 7.426,63 Euro (Anlage B1, Stand Februar 2025).
Bereitschaftsdienste gehören auch in der Psychiatrie dazu, etwa im Aufnahme- und Krisendienst. Sie erhöhen dein Jahresbrutto, fallen jedoch meist weniger häufig an als in operativen Fächern.
Psychiater oder Psychologe: Wo liegt der Gehaltsunterschied?
Ein Psychiater hat Medizin studiert und anschließend eine Facharztweiterbildung absolviert. Ein psychologischer Psychotherapeut hat Psychologie studiert. Aus diesem Unterschied folgt die getrennte Vergütung.
Das Psychiater Gehalt folgt deshalb dem TV-Ärzte, also ab 5.609,85 Euro in Ä1. Psychologische Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten fallen im öffentlichen Dienst dagegen in der Regel unter den TVöD, meist in Entgeltgruppe 13. Die Stufen liegen dort deutlich niedriger. Die Details dazu stehen in unserem Artikel zum Psychologen Gehalt nach TVöD.
Nur der Psychiater darf außerdem Medikamente verordnen. Diese ärztliche Befugnis ist ein zentraler Teil der Rolle und erklärt, warum beide Berufe in der Versorgung nebeneinander bestehen.
Was verdient ein niedergelassener Psychiater?
Eine belastbare Einzelzahl für die Psychiatrie gibt es nicht. Das Statistische Bundesamt weist die Psychiatrie nicht als eigene Praxisgruppe aus, sondern fasst sie mit Neurologie, Psychotherapie, Kinder- und Jugendpsychiatrie sowie Psychosomatik zusammen.
Für diese Sammelgruppe lag der durchschnittliche Reinertrag 2023 bei 216.000 Euro je Praxis, im Median bei 178.000 Euro. Damit liegt sie unter dem Durchschnitt aller Arztpraxen von 310.000 Euro.
Zwei Gründe erklären das. Erstens arbeiten psychiatrische Praxen mit vergleichsweise geringem Geräte- und Personalaufwand, weshalb sowohl Einnahmen als auch Kosten niedriger ausfallen. Zweitens ist der Privatanteil gering. Für die Neurologie weist Destatis 13,4 Prozent Privateinnahmen aus, gegenüber 52,3 Prozent in der Dermatologie. Selbstzahlerleistungen spielen in der Nervenheilkunde also kaum eine Rolle.
Der Reinertrag ist zudem nicht dein Nettoeinkommen. Steuern, Kranken- und Altersvorsorge gehen davon noch ab. Für dein Psychiater Gehalt in eigener Praxis zählt deshalb vor allem, wie gut der Kassensitz ausgelastet ist.
Wie lange dauert die Weiterbildung zum Psychiater?
Die Weiterbildung zum Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie dauert mindestens 60 Monate, also fünf Jahre in Vollzeit. Ein halbes Jahr davon verbringst du verpflichtend in der Neurologie.
Nach der (Muster-)Weiterbildungsordnung der Bundesärztekammer gilt:
- 24 Monate müssen in der stationären Patientenversorgung der Psychiatrie und Psychotherapie abgeleistet werden.
- 6 Monate entfallen verpflichtend auf die Neurologie.
- Bis zu 6 Monate sind in Allgemeinmedizin, Innerer Medizin oder Neurologie möglich.
- Bis zu 12 Monate sind in der Psychosomatischen Medizin oder der Kinder- und Jugendpsychiatrie möglich.
Die Psychotherapie ist fester Bestandteil der Weiterbildung. Als Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie führst du also beides, medizinische und psychotherapeutische Behandlung.
Welche Faktoren beeinflussen das Psychiater Gehalt?
Position und Träger wirken am stärksten. Der Sprung von Ä1 auf Ä2 bringt rund 1.800 Euro brutto im Monat, der Schritt auf die Oberarztebene noch einmal deutlich mehr.
Diese Faktoren kommen dazu:
- Träger: Kommunale Kliniken, Unikliniken, Landschaftsverbände und private Gruppen zahlen nach unterschiedlichen Verträgen.
- Dienste: Aufnahme- und Bereitschaftsdienste erhöhen das Jahresbrutto.
- Zusatzqualifikationen: Forensische Psychiatrie oder Suchtmedizin eröffnen spezialisierte Stellen.
- Niederlassung: Ein Kassensitz bringt unternehmerische Freiheit, dafür trägst du das wirtschaftliche Risiko.
- Außertarifliche Verträge: Ab der Oberarztebene wird häufiger frei verhandelt.
Tariflich startest du in der Klinik bei 5.609,85 Euro brutto im Monat (TV-Ärzte VKA, Ä1, Stand 08/2025). Als Facharzt sind es 7.404,11 Euro, als Oberarzt 9.274,08 Euro. Dienste und Zuschläge kommen dazu.
Ja, deutlich. Psychiater sind Ärzte und werden nach TV-Ärzte bezahlt, also ab 5.609,85 Euro in der Eingangsstufe. Psychologische Psychotherapeuten fallen im öffentlichen Dienst in der Regel unter TVöD Entgeltgruppe 13. Details stehen im Artikel zum Psychologen Gehalt nach TVöD.
Eine eigene Destatis-Zahl für die Psychiatrie gibt es nicht. Die Sammelgruppe aus Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie kam 2023 auf 216.000 Euro Reinertrag je Praxis im Durchschnitt, im Median auf 178.000 Euro. Das liegt unter dem Schnitt aller Arztpraxen von 310.000 Euro.
Mindestens 60 Monate, davon 24 Monate in der stationären Patientenversorgung und 6 Monate in der Neurologie. Die Psychotherapie ist fester Bestandteil der Weiterbildung.
Einen Gesamtüberblick über alle Arzt-Gehälter nach Fachrichtung und Karrierestufe findest du in unserem Facharzt Gehalt Ratgeber. Was der Schritt auf die Oberarztebene bringt, steht im Artikel zum Oberarzt Gehalt.
Vor der Facharztwahl steht jedoch der Studienplatz. Falls es in Deutschland nicht klappt, ist ein Medizinstudium im EU-Ausland ein regulärer Weg mit voller Anerkennung nach der EU-Berufsanerkennungsrichtlinie 2005/36/EG. In einem kostenlosen Beratungsgespräch klären wir mit dir, ob dieser Weg zu dir passt.

