☝️ Das Wichtigste in Kürze
- Das Einstiegsgehalt für Zahnärzte/-innen beträgt etwa 3.500 € brutto pro Monat bzw. 42.000 € im Jahr.
- Mit zunehmender Berufserfahrung steigt das Gehalt kontinuierlich an. Nach 9 Jahren Berufserfahrung liegt das durchschnittliche Bruttogehalt bei 84.892 € pro Jahr bzw. 7.074 € pro Monat.
- Zahnärzte/-innen mit eigener Praxis erwirtschaften im Durchschnitt einen Praxisüberschuss von 15.250 € brutto monatlich.
- Regionale Unterschiede wirken sich auf das Gehalt aus. In Baden-Württemberg verdienen Zahnmediziner/-innen mit durchschnittlich 5.582 € pro Monat am meisten.
- Zwischen den Geschlechtern gibt es erhebliche Gehaltsunterschiede. Frauen verdienen in derselben Qualifikationsstufe oft mehr als 20.000 € weniger pro Jahr als ihre männlichen Kollegen.
📖 Inhaltsverzeichnis
Als Zahnarzt/-ärztin in Deutschland kannst du mit einem attraktiven Gehalt rechnen. Doch wie setzt sich das Einkommen zusammen, und welche Faktoren beeinflussen die Höhe des Verdienstes? In diesem Artikel erfährst du alles Wissenswerte rund um das Thema Zahnarzt Gehalt.
Das Wichtigste in Kürze
- Für angestellte Zahnärzte/-innen gibt es keinen Tarifvertrag: Gehälter werden frei verhandelt. Erfahrungsgemäß liegen sie nach der Assistenzzeit deutlich über dem Einstiegsniveau.
- Das gesetzlich vorgeschriebene Vorbereitungsjahr nach der Approbation ist mit einem niedrigeren Gehalt verbunden als die spätere Anstellung.
- Niedergelassene Praxisinhaber/-innen erzielten laut KZBV-Jahrbuch 2024 im Berichtsjahr 2023 einen steuerlichen Praxisüberschuss von durchschnittlich 228.000 € je Inhaber. Davon gehen noch Steuern und Altersvorsorge ab.
- Ein Zahnarzt Gehalt hängt stark vom Tätigkeitsmodell ab: Angestellt, niedergelassen oder im öffentlichen Dienst führen zu sehr unterschiedlichen Einkommensprofilen.
Einen Gesamtüberblick über alle Arzt-Gehälter nach Fachrichtung und Karrierestufe findest du in unserem Facharzt Gehalt Ratgeber.
Zahnarzt Gehalt: Angestellt oder selbstständig?
Bevor du konkrete Zahlen betrachtest, ist eine Unterscheidung wichtig: Das Einkommen eines angestellten Zahnarztes und das eines niedergelassenen Praxisinhabers folgen völlig verschiedenen Logiken.
Für angestellte Zahnärzte/-innen gilt kein Tarifvertrag wie der TV-Ärzte, den Mediziner in Kliniken kennen. Gehälter werden direkt zwischen Arbeitnehmer und Praxis ausgehandelt. Das bedeutet: Dein Verhandlungsgeschick und die Praxisgröße spielen eine deutlich größere Rolle als ein festgelegter Stufenplan.
Praxisinhaber/-innen hingegen erzielen einen Überschuss, der vom Patientenstamm, Standort, der Abrechnung über die Kassenzahnärztliche Vereinigung (KZV) und Privatleistungen abhängt.
Das Vorbereitungsjahr nach der Approbation
Nach dem Zahnmedizinstudium ist das sogenannte Vorbereitungsjahr gesetzlich vorgeschrieben, bevor du eigenverantwortlich als Zahnarzt/-ärztin tätig sein kannst. In dieser Phase arbeitest du als Vorbereitungsassistent/-in.
Die Vergütung in diesem Jahr liegt erfahrungsgemäß spürbar niedriger als bei einer regulären Anstellung danach. Es handelt sich um ein strukturell vorgesehenes Einstiegsjahr, nicht um eine langfristige Gehaltsrealität. Mit dem zweiten Jahr und dem Ende der Vorbereitungsphase steigt das Einkommen in der Regel deutlich.
Zahnarzt Gehalt als angestellte/r Zahnarzt/-ärztin
Nach dem Vorbereitungsjahr ist der Gehaltsrahmen als angestellte/r Zahnarzt/-ärztin nicht standardisiert. Typischerweise steigt das Gehalt mit zunehmender Berufserfahrung und hängt stark von der Praxis ab.
Grundsätzlich kannst du zwischen zwei Vergütungsmodellen wählen:
- Festgehalt: Bietet Planbarkeit und Sicherheit, aber weniger direkte Verbindung zur eigenen Leistung.
- Grundgehalt mit Umsatzbeteiligung: Bietet die Möglichkeit, durch eigenes Engagement überdurchschnittlich zu verdienen. Übliche Beteiligungen liegen erfahrungsgemäß bei 20 bis 30 Prozent des erwirtschafteten Honorarumsatzes.
Da es keinen Tarifvertrag gibt, sind die Spannen breit. Größere Praxen in Ballungsgebieten zahlen in der Regel mehr als kleinere Praxen in ländlichen Regionen. Auch Spezialisierungen und Zusatzqualifikationen wirken sich positiv aus.
Zahnarzt Gehalt als Praxisinhaber/-in (niedergelassen)
Wer eine eigene Praxis führt, erzielt kein Gehalt im klassischen Sinn, sondern einen Praxisüberschuss. Dieser ist der Gewinn der Praxis vor Steuern und vor privater Altersvorsorge.
Laut KZBV-Jahrbuch 2024 (Berichtsjahr 2023) lag der steuerliche Praxisüberschuss je Inhaber/-in bei durchschnittlich 228.000 € im Jahr (Vorjahr 2022: 210.000 €). Wichtig: Davon gehen noch Einkommensteuer, Praxiskosten des Inhabers (z. B. Beiträge zur Altersvorsorge und Krankenversicherung) ab. Der Praxisüberschuss ist also kein persönliches Nettoeinkommen, sondern der Vorsteuer-Gewinn der Praxis.
Die tatsächliche Einkommenssituation hängt von zahlreichen Faktoren ab: Standort, Patientenstamm, Anteil Privatliquidation, Praxisgröße und Spezialisierung.
Zahnarzt Gehalt im öffentlichen Dienst
Im öffentlichen Dienst arbeiten Zahnärzte/-innen z. B. in Gesundheitsämtern oder kommunalen Einrichtungen. Die Vergütung richtet sich nach dem TVöD (Bund oder VKA) oder dem TV-L. Diese Stellen bieten mehr Planbarkeit und feste Arbeitszeiten, aber in der Regel einen geringeren Einkommensspielraum als die Niederlassung.
Regionale Unterschiede beim Zahnarzt Gehalt
Das Einkommen variiert je nach Bundesland und Region. In Süddeutschland, besonders in Baden-Württemberg, Bayern und Hessen, sind die Verdienstmöglichkeiten tendenziell höher. In den ostdeutschen Bundesländern liegen sie erfahrungsgemäß etwas niedriger.
Zu beachten ist dabei: In Städten mit hohen Mieten und Lebenshaltungskosten (München, Stuttgart, Frankfurt) ist das höhere Gehalt oft mit höheren Praxiskosten und Lebenskosten verbunden.
Gehalt während des Zahnmedizinstudiums
Während des Zahnmedizinstudiums gibt es keine Ausbildungsvergütung. Studierende finanzieren ihr Studium selbst, über BAföG, Stipendien oder Studentenkredite. Je nach Bundesland können zudem Studiengebühren anfallen.
Der Zugang zum Zahnmedizinstudium in Deutschland ist über das zentrale Bewerbungsverfahren an hochschulstart.de geregelt. Die Plätze werden nach drei Quoten vergeben: 30 % nach Abiturnoten (Abiturbestenquote), 60 % im Auswahlverfahren der Hochschulen (AdH) und 10 % über die Zusätzliche Eignungsquote (ZEQ). Ein Wartesemesterpfad existiert seit dem Wintersemester 2020/21 nicht mehr. Wer im Numerus Clausus (NC) Verfahren nicht direkt zum Zug kommt, kann über den ZEQ-Pfad punkten, zum Beispiel durch Berufserfahrung, Ausbildung oder Testergebnisse.
Für Bewerberinnen und Bewerber, die in Deutschland keinen Studienplatz erhalten, besteht die Möglichkeit eines Medizinstudiums im Ausland. Wer Medizin studieren möchte, findet bei uns detaillierte Informationen zu allen Wegen.

Während des Studiums bekommst du kein Gehalt. Dieses musst du eigenständig finanzieren können.
Faktoren, die das Zahnarzt Gehalt beeinflussen
Dein Zahnarzt Gehalt hängt von vielen Faktoren ab. Da es für angestellte Zahnärzte/-innen keinen Tarifvertrag gibt, ist das Verhandlungsgeschick ein entscheidender Faktor. Zu den wichtigsten Einflussgrößen zählen:
- Tätigkeitsmodell: Angestellt, niedergelassen oder öffentlicher Dienst führen zu grundlegend anderen Einkommensprofilen.
- Berufserfahrung: Mit zunehmenden Jahren steigen Verhandlungsposition und erzielbares Gehalt.
- Region und Standort: Süddeutschland und Großstädte bieten häufig höhere Gehälter, jedoch auch höhere Kosten.
- Spezialisierung: Zusatzqualifikationen in Implantologie, Kieferorthopädie oder Ästhetischer Zahnmedizin erhöhen den Marktwert.
- Praxisgröße und -ausstattung: Größere Praxen mit moderner Ausstattung und einer zahlungskräftigen Patientenschaft bieten mehr Einkommensspielraum.
- Privatleistungen: Ein hoher Anteil an Privatpatienten und Privatleistungen verbessert das Einkommen deutlich.
Zusammenfassend gilt: Als Zahnarzt/-ärztin kannst du in Deutschland ein überdurchschnittliches Einkommen erzielen. Der Weg dorthin beginnt mit einem gut verhandelten Einstieg nach dem Vorbereitungsjahr und führt langfristig für viele in die Selbstständigkeit.

