Honorararzt Gehalt: Was verdient ein Honorararzt/-ärztin in Deutschland?

MUDr. Andreas Zehetner

MUDr. Andreas Zehetner

CO-Founder von futuredoctor

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Lesezeit: 7 Minuten
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Zuletzt aktualisiert: 19. Juli 2026
Honorararzt Gehalt: Was verdient ein Honorararzt/-ärztin in Deutschland?

☝️ Das Wichtigste in Kürze

  • Circa 5.000 Ärzte und Ärztinnen in Deutschland arbeiten als Honorararzt/-ärztin
  • Der Stundenlohn variiert zwischen 50 und 120 Euro je nach Position und Fachbereich
  • Hohe Flexibilität und gute Work-Life-Balance als Honorararzt/-ärztin

📖 Inhaltsverzeichnis

Als Honorararzt/-ärztin kannst du mit einem attraktiven Gehalt rechnen, das oft deutlich über dem Verdienst festangestellter Mediziner/-innen liegt. Viele Ärztinnen und Ärzte in Deutschland sind auf Honorarbasis tätig, und die Zahl der Honorarärzte wächst weiter. Die Bezahlung ermöglicht dir eine hohe Flexibilität und eine ausgewogene Work-Life-Balance. Doch wie hoch fällt das Honorar für kurze Aufträge und Vertretungsdienste tatsächlich aus? Hier findest du einen kompakten Überblick.

Erfahrungsgemäß liegt der Stundensatz für Honorarärztinnen und -ärzte in einer Bandbreite von etwa 80 bis 120 Euro brutto, abhängig von Fachbereich, Berufserfahrung und Einsatzdauer. Besonders in gefragten Disziplinen und bei kurzfristigen Vertretungen sind die oberen Werte dieser Spanne erreichbar.

Das Wichtigste in Kürze

  • Das Honorararzt Gehalt wird individuell verhandelt und liegt erfahrungsgemäß zwischen 80 und 120 Euro brutto pro Stunde.
  • Die genaue Höhe hängt von Fachbereich, Berufserfahrung, Dringlichkeit und Verhandlungsgeschick ab.
  • Honorarärztinnen und -ärzte sind nicht tarifgebunden und können Stundensatz sowie Einsatzdauer frei vereinbaren.
  • Die Tätigkeit lässt sich als Hauptberuf oder als lukrative Nebentätigkeit neben einer Festanstellung ausüben.

Einen Gesamtüberblick über alle Arzt-Gehälter nach Fachrichtung und Karrierestufe findest du in unserem Facharzt Gehalt Ratgeber.

Wovon hängt das Honorararzt-Gehalt ab?

Das Gehalt von Honorarärztinnen und -ärzten wird individuell zwischen dem Mediziner und dem Auftraggeber verhandelt. Im Gegensatz zu fest angestellten Ärztinnen und Ärzten, deren Verdienst meist durch Tarifverträge geregelt ist, hängt der Stundenlohn bei Honorarverträgen von verschiedenen Einflussfaktoren ab.

Fachbereich und Berufserfahrung als entscheidende Kriterien

Je nach Fachbereich und Spezialisierung können die Verdienstmöglichkeiten für Honorarärzte stark variieren. Besonders in gefragten Disziplinen wie Anästhesie, Radiologie oder Chirurgie sind oft höhere Stundenlöhne möglich. Auch langjährige Berufserfahrung und zusätzliche Qualifikationen wirken sich positiv auf das Honorar aus.

Verhandlungsgeschick und Dringlichkeit der Stellenbesetzung

Neben fachlichen Kriterien spielen auch Verhandlungsgeschick und die Dringlichkeit der Stellenbesetzung eine Rolle für den Verdienst. Honorarärztinnen und -ärzte, die ihre Konditionen selbstbewusst verhandeln, können oft höhere Stundenlöhne erzielen. Sind Kliniken oder Praxen aufgrund von Ärztemangel oder Personalengpässen dringend auf Unterstützung angewiesen, verbessert dies ebenfalls die Verhandlungsposition über die Stundensätze.

Honorararzt Gehalt in Kliniken

Als Honorararzt/-ärztin in einer Klinik kannst du mit einem attraktiven Gehalt rechnen. Im Vergleich zu festangestellten Ärzten/-innen verdienst du als Honorarkraft oft deutlich mehr pro Stunde. Das liegt daran, dass Krankenhäuser aufgrund des Fachkräftemangels zunehmend auf die Unterstützung von externen Medizinern/-innen angewiesen sind und daher bereit sind, höhere Honorare zu zahlen.

Honorarärzte: Stundensatz und Monatsgehalt

Der Stundensatz für Honorarärztinnen und -ärzte in Kliniken liegt erfahrungsgemäß zwischen 80 und 120 Euro brutto. Je nach Fachbereich, Berufserfahrung und Dringlichkeit der Stellenbesetzung kann das Honorararzt Gehalt auch darüber liegen. Bei einem Stundensatz im oberen Bereich dieser Spanne und einer Vollzeittätigkeit von 40 Stunden in der Woche lassen sich beachtliche Monatseinkommen erzielen.

Vergleich zum Gehalt festangestellter Ärzte/-innen

Im Vergleich zu festangestellten Ärzten/-innen schneiden Honorarärzte/-innen in puncto Gehalt oft besser ab. Ein Facharzt/-ärztin im ersten Jahr an einer Uniklinik verdient beispielsweise etwa 35 Euro pro Stunde. Als Honorarkraft kannst du hingegen erfahrungsgemäß das Zwei- bis Dreifache verdienen. Dieser finanzielle Vorteil ist ein wesentlicher Grund, warum immer mehr qualifizierte Mediziner/-innen den Schritt in die Selbstständigkeit als Honorararzt/-ärztin wagen.

PositionStundensatz (Orientierung)Monatsgehalt bei 40h/Woche (Orientierung)
Honorararzt/-ärztin80 bis 120 Euroca. 13.800 bis 20.800 Euro
Facharzt/-ärztin (1. Jahr Uniklinik)ca. 35 Euroca. 6.067 Euro

Die Tabelle zeigt den finanziellen Vorteil einer Tätigkeit als Honorararzt/-ärztin im Vergleich zu einer Festanstellung. Die Angaben für Honorarärztinnen und -ärzte sind Erfahrungswerte aus dem Markt. Die tatsächlichen Sätze werden individuell verhandelt. Der Gehaltsunterschied zur Festanstellung macht deutlich, warum der Einsatz von Honorarärzten/-innen für Kliniken eine attraktive Option ist, um personelle Engpässe zu überbrücken und die medizinische Versorgung sicherzustellen.

Gestaltungsspielraum bei Honorararzt-Gehältern

Als Honorararzt/-ärztin hast du einen großen Gestaltungsspielraum bei deinem Gehalt. Im Gegensatz zu festangestellten Medizinern bist du nicht an Tarifverträge gebunden und kannst deinen Stundenlohn individuell verhandeln. Dies ermöglicht dir, dein Einkommen flexibel zu gestalten und an deine persönlichen Bedürfnisse anzupassen. Der einzige limitierende Faktor ist die Zeit.

Individuelle Verhandlung des Stundenlohns

Bei der Verhandlung deines Honorars spielen verschiedene Faktoren eine Rolle. Deine Qualifikation, Berufserfahrung und Spezialisierung beeinflussen maßgeblich, welchen Stundensatz du erzielen kannst. Auch die Dringlichkeit der Stellenbesetzung aufgrund des Personalmangels und dein Verhandlungsgeschick können sich auf das Ergebnis auswirken. Erfahrungsgemäß erzielen Honorarärztinnen und -ärzte je nach Auslastung und Fachrichtung sehr unterschiedliche Monatseinkommen. Wer regelmäßig und in gefragten Bereichen tätig ist, kann dabei deutlich über dem Tarifniveau einer Festanstellung liegen.

PositionDurchschnittliches Bruttojahresgehalt
Hausarzt/-ärztin bei Berufsbeginnca. 69.300 €
Facharzt/-ärztin bei Berufsbeginn79.200 €
Hausarzt/-ärztin nach ca. 5 Jahren79.000 €
Facharzt/-ärztin nach ca. 5 Jahren87.400 €

Flexibilität und Work-Life-Balance als Honorararzt/-ärztin

Ein großer Vorteil der Tätigkeit als Vertretungsarzt ist die Flexibilität. Du kannst selbst entscheiden, wann und wie viel du arbeiten möchtest. Viele nutzen diese Möglichkeit, um eine bessere Work-Life-Balance zu erreichen. Einige arbeiten beispielsweise einige Wochen am Stück durch und gönnen sich danach eine längere Pause. Andere kombinieren die Honorartätigkeit mit einer Anstellung in Teilzeit oder nutzen sie als lukrative Nebentätigkeit.

Allerdings geht die Flexibilität auch mit einer gewissen Unsicherheit einher. Als Honorarkraft bist du nicht fest angestellt und musst stets neue Aufträge akquirieren. Auch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf kann eine Herausforderung darstellen, wenn die Einsätze kurzfristig geplant werden.

Als Honorararzt/-ärztin profitierst du im besonderen Maße von einer guten Work-Life-Balance.

Honorararzt Gehalt pro Stunde im Detail

Als Honorararzt/-ärztin kannst du je nach Fachrichtung, Qualifikation und Berufserfahrung attraktive Stundensätze erzielen. Die Angaben in der folgenden Übersicht sind Erfahrungswerte aus dem Markt. Die individuell verhandelten Sätze können davon abweichen:

FachrichtungAssistenzärzte/-innenFach- und Oberärzte/-innen
Innere Medizin80-95€/h100-120€/h
Anästhesie75-95€/h90-110€/h
Orthopädie & Unfallchirurgie75-95€/h90-110€/h
Psychiatrie85-95€/h90-120€/h

Mit steigender Berufserfahrung und Qualifikation wächst auch dein Verhandlungsspielraum beim Honorararzt Gehalt. Als Fach- oder Oberarzt/-ärztin in der Inneren Medizin oder Psychiatrie sind erfahrungsgemäß Stundensätze von bis zu 120 Euro erreichbar. Diese Sätze übersteigen das Arztgehalt in einer Festanstellung deutlich. Auch als Assistenzarzt/-ärztin sind attraktive Stundensätze möglich. Dabei spielt neben der Qualifikation die Dringlichkeit der Stellenbesetzung eine wesentliche Rolle.

Insgesamt bietet eine Tätigkeit als Honorararzt/-ärztin spannende medizinische Herausforderungen und zugleich lukrative Verdienstmöglichkeiten. Mit geschickter Verhandlung und der richtigen Spezialisierung kannst du dein Gehalt optimieren und von der flexiblen Gestaltung deiner Work-Life-Balance profitieren.

Nebentätigkeit als Honorararzt/-ärztin

Eine Nebentätigkeit als Honorararzt/-ärztin bietet dir attraktive Möglichkeiten, um neben deinem Hauptjob zusätzliches Gehalt zu erzielen. Viele Mediziner/-innen in Deutschland nutzen die Honorartätigkeit als ergänzende Einnahmequelle neben ihrer Festanstellung. Der zeitliche Aufwand lässt sich dabei flexibel an die eigene Belastung anpassen.

Möglichkeiten für zusätzliches Gehalt neben dem Hauptjob

Als Honorararzt/-ärztin stehen dir verschiedene Optionen offen, um dein Einkommen aufzubessern. Viele Ärzterinnen und Ärzte übernehmen zusätzliche Schichten in Krankenhäusern oder anderen medizinischen Einrichtungen. Je nach Qualifikation und Art des Dienstes sind erfahrungsgemäß Stundensätze von bis zu 120 Euro möglich. Der monatliche Nebenverdienst hängt dabei stark von der Anzahl der übernommenen Dienste ab.

Beachtung von Arbeitszeitgrenzen und Genehmigungspflicht

Wenn du als angestellte/r Mediziner/in oder selbstständige/r Arzt/Ärztin mit eigener Praxis eine Nebentätigkeit als Honorarkraft anstrebst, solltest du unbedingt die geltenden Arbeitszeitgrenzen im Blick haben. Bei einer 40-Stunden-Woche darfst du maximal 13 Wochenstunden für den Nebenerwerb aufwenden, in Ausnahmefällen bis zu 18 Stunden. Zudem ist es ratsam, die geplante Nebenbeschäftigung frühzeitig mit deinem Hauptarbeitgeber abzusprechen, da oftmals eine Genehmigungspflicht besteht.